811.200 Einschulungen: Weniger Erstklässler im Schuljahr 2025/26
Die Schülerzahl steigt, die Zahl der Einschulungen sinkt. Der Philologenverband fordert, Personal auch bei künftig kleineren Jahrgängen zu halten.
Deutschlands allgemeinbildende Schulen unterrichteten im Schuljahr 2025/26 knapp neun Millionen Schülerinnen und Schüler. Das Statistische Bundesamt beziffert ihre Zahl auf 8.998.200 an rund 32.800 Schulen. Zugleich sank die Zahl der Einschulungen um etwa zwei Prozent auf 811.200. Die Entwicklung der Schulanfängerzahlen unterscheidet sich damit von der Entwicklung der Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen insgesamt.
Nach Angaben des Deutschen Philologenverbands (DPhV), der sich auf die Bundesstatistik beruft, besuchten rund 84.000 Schülerinnen und Schüler mehr eine allgemeinbildende Schule als im Vorjahr. Weitere 2.258.000 lernten laut Statistischem Bundesamt an den rund 8.300 beruflichen Schulen. Die Mitteilung erschien am 4. November 2026.
Neun Prozent besuchen private Schulen
An den allgemeinbildenden Schulen besuchten rund 91 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine öffentliche und neun Prozent eine private Einrichtung. 84 Prozent hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 16 Prozent hatten sie nicht.
Wie News4teachers unter Berufung auf die Bundesstatistik berichtet, arbeiteten an den allgemeinbildenden Schulen rund 760.300 Lehrkräfte. Der Frauenanteil betrug 73 Prozent. An beruflichen Schulen waren 125.000 Lehrkräfte tätig; dort lag der Frauenanteil bei 55 Prozent.
Für das Abschlussjahr 2025 weist die Statistik laut News4teachers rund 228.700 Abiturientinnen und Abiturienten sowie 339.800 junge Menschen mit mittlerem Schulabschluss aus. Weitere rund 134.800 verließen die allgemeinbildende Schule mit einem Ersten Schulabschluss. Rund 64.900 gingen ohne diesen Abschluss ab. Zu dieser Gruppe gehörten rund 26.100 Personen mit einem sonderpädagogischen Abschluss.
Kleinere Geburtsjahrgänge erreichen Schulen zeitversetzt
Der Philologenverband verweist darauf, dass die 2025 eingeschulten Kinder noch aus den geburtenstarken Jahrgängen 2018 und 2019 mit jeweils rund 780.000 Geburten stammen. Den stärkeren Geburtenrückgang erwartet der Verband an Grundschulen gegen Ende des Jahrzehnts, an Gymnasien in den 2030er-Jahren.
Zugleich nennt der DPhV gegenläufige Einflüsse: Zuwanderung könne kleinere Jahrgänge teilweise ausgleichen und die Schülerzahlen auch künftig steigen lassen. An Gymnasien entstehe zudem durch die Rückkehr zu G9 in einigen Ländern zusätzlicher Personalbedarf.
Was das bedeutet
Für die Personalplanung fordert der DPhV, freiwerdende Stellen bei sinkenden Schülerzahlen an den Schulen zu belassen. Diese sogenannte demografische Rendite will er für eine Lehrkräfteversorgung von 130 Prozent nutzen. Damit sollen nach seiner Vorstellung Vertretungen und individuelle Förderung verlässlich möglich werden.
„Die geburtenschwachen Jahrgänge sind keine Sparchance, sondern eine Qualitätschance“, sagt die Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing in der Stellungnahme des Verbands. Zu dessen Forderungen gehören außerdem kleinere Klassen, eine Senkung der verpflichtenden Unterrichtsstunden und attraktive Altersteilzeitmodelle.
Die angestrebten 130 Prozent formuliert der Verband als Forderung. Der DPhV verlangt dafür verbindliche Zusagen und Planungen der Bildungs- und Finanzministerinnen und -minister der Länder. Eine Stellungnahme der Länder zu diesen Forderungen enthalten die vorliegenden Quellen nicht.





